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Paarungsstimulation
Zwergkrallenfrösche laichen in ihrer Heimat, dem
tropischen westlichen Zentralafrika, wohl das ganze Jahr über.
Offensichtlich sind auch bei ihnen Gewitterregen und (damit verbundene)
Temperaturschwankungen die Auslöser, die die Weibchen in Paarungsstimmung
versetzen. Die Männchen sind wohl in freier Natur ständig in
Paarungsstimmung, was sich darin erkennen läßt, dass sie bei der Haltung
in einem Artbecken mit gleichbleibender Beleuchtung und Temperatur das
ganze Jahr über nachts rufen. Hält man die Frösche in einem unbeheizten
und unbeleuchteten Artbecken, muss wohl eine gewisse Mindesttemperatur
oder eine Mindesttageslänge vorhanden sein, um die Frösche (vor allem die
Weibchen) in Hochzeitsstimmung zu versetzen. Wenn man die Frösche
allerdings zusammen mit Fischen hält, rufen die Männchen nur selten oder
gar nicht außer bei Temperaturänderungen (z. B. nach einem Wasserwechsel
oder im Sommer, wenn die heiße Außenluft das Becken auf über 25°C
erwärmt). Die Weibchen zeigen dann kein Interesse an einer Paarung. Die
Paarungsfeudigkeit ist grundsätzlich auch von der Besatzdichte abhängig.
In letzter Zeit bekam ich öfters die Information, daß Zwergkrallenfrösche
bei anderen Haltern durchaus auchim Gesellschaftsbecken abgelaicht haben.
Zumindest in einem Fall war höchstwahrscheinlich eine drastische
Temperaturabsenkung durch Kühlakkus nach einer witterungsbedingten
Erhöhung auf 30°C der Auslöser für die Paarung. Ich setze die Frösche zum
Ablaichen vom Gesellschaftsbecken in ein Extra-Becken, welches man auch
gleich als Aufzuchtbecken benutzen kann, nachdem die kanibalischen Eltern
aus diesem entfernt sind.
Für Krallenfrösche werden mehrwöchige Phasen einer
Haltung bei niedrigen Temperaturen empfohlen. Man kann hier folgende
Möglichkeiten zur Paarungstimulation ausprobieren: Die Heizung mehrere
Tage oder Wochen ausschalten und dann wieder einschalten oder Eiswürfel
ins Wasser geben, um einen Temperaturanstieg zu simulieren. Eventuell kann
auch eine verstärkte Fütterung oder das Füttern mit Lebendfutter die
Laichwilligkeit erhöhen. Vielleicht reicht in manchen Fällen auch eine
Frischwassergabe bei einem Teilwasserwechsel aus.
Kriton Kunz berichtete mir kürzlich, dass seine
Krallenfrösche (mehrere seltenere Arten) nach der Zugabe von Algen
(das Kaulquappenfutter - Algenwebsite der SAG Göttingen
)
ins Beckenwasser in Laichstimmung kamen.
Die kleine
Wabenkröte Pipa parva laicht ohne weiteres im
Gesellschaftsbecken ab. Wasserhöhen von auch nur 15cm waren kein
Hinderungsgrund. Vorausgehend war ausgiebiges Quaken des Männchens zu
hören. Gutes Futter scheint die Tiere zu stimulieren. |